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Thomas Bernhard

Thomas Bernhard (eigentlich Nicolaas Thomas Bernhard) (1931 – 1989) war ein bedeutender österreichischer Schriftsteller, der mit seinem Buch „Holzfällen“ (1984) für einen riesigen Skandal sorgte, der aber dennoch zu den größten deutschsprachigen Autoren  der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt. Bernhard wurde in den Niederlanden geboren, wuchs jedoch bei seinen Großeltern in Wien auf. Seine Kindheit im Zweiten Weltkrieg war von traumatischen Ereignissen geprägt. Dennoch setzte sich sein Großvater schon früh für seine künstlerische Ausbildung ein. Schon 1946 brach dieser dann seine Schullaufbahn ab, betrachtete er doch die Schule als „Geistesvernichtungsanstalt“. Er ließ sich stattdessen in Salzburg zum Einzelhandelskaufmann ausbilden.

Nur drei Jahre später veröffentlichte Thomas Bernhard erstmals mehrere Kurzgeschichten und gab damit den Startschuss für seine literarische Karriere. Immer wieder greift er schon am Anfang in seinen Werken das Motiv der steten Bedrohung auf. In den 1950er Jahren arbeitete Thomas Bernhard dann als Journalist und schon bald widmete er sein ganzes Leben dem Schreiben. Hatte er sich zunächst auf Lyrik spezialisiert, öffnete er sich kurz drauf der Prosa und fand hier seinen ganz unverkennbaren Stil. Ein Merkmal, das viele seiner Romane und Erzählungen eint, ist der Fokus, der auf Monologen des Ich-Erzählers liegt. Auch überspitzte und grotesk dargestellte Alltagssituationen, philosophische Fragen und das stetige sich stärker Hineinsteigern bzw. Versteigen in Themen und Situationen. Thomas Bernhard liebte es, zu provozieren. Dafür wurde er vor allem in seiner österreichischen Heimat immer wieder stark kritisiert. Sein Roman „Holzfällen“ war das Skandalbuch des Jahres 1984 und wurde in Österreich sogar aus dem Handel genommen, weil Bernhard darin schonungslos über alte Weggefährten und Förderer herzog. Noch heute gilt „Holzfällen“ jedoch als eines der bedeutendsten Werke von Thomas Bernhard überhaupt. Hellmuth Karasek schrieb 2015 in seiner Sammlung der "25 Bücher auf Deutsch, die jeder gelesen haben sollte": "Großer monologischer Roman, in dem der Autor seinen Ekel und Widerwillen über die Nichtigkeit der österreichischen Gesellschaft auskübelt."

1989 starb Thomas Bernhard an Herzversagen.

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