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Joao Paulo Cuenca

João Paulo Cuenca (Jahrgang 1978) ist ein brasilianisches Ausnahmetalent, eine frische, junge, neue Stimme, die in Brasilien maßgeblich den Ton angeben wird, wenn man den Kritikern (und dem eigenen Urteilsvermögen) Glauben schenken möchte. Laut Hay Festival gilt João Paulo Cuenca als einer der 39 wichtigsten lateinamerikanischen Schriftsteller unter 39 und laut dem Literaturmagazin „Granta" gehört er zu den 20 besten jungen brasilianischen Autoren. Auch deutsche Leser können sich inzwischen davon überzeugen, denn 2012 erschien sein dritter Roman, „O único final feliz para uma história de amor é um acidente“ endlich in der deutschen Übersetzung. Auch hier ist der Titel etwas sperrig, macht aber viel Lust darauf, Cuenca zu lesen und sich in menschliche Abgründe zu stürzen: „Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall“. Dahinter verbirgt sich eine moderne Liebesgeschichte – soweit man es so nennen möchte – aus Tokyo. Voyeurismus und Kontrollzwang ersetzen hier zärtliche Liebe und ehrliche Gefühle. João Paulo Cuenca wird damit zu einer Stimme seiner Zeit, die man nicht überhören sollte. Der Autor stammt aus Rio de Janeiro und erlangte erste Bekanntheit durch seine Artikel für diverse Zeitungen und Zeitschriften Brasiliens. Der journalistische Durchbruch gelang ihm mit Texten für „O Globo“, die er zwischen 2006 und 2010 schrieb. 2011 erschien dann das erste Theaterstück von João Paulo Cuenca: „Terror“. Die Idee zu seinem großem Erfolgsroman „Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall“ kam ihm bei einem längeren Auslandsaufenthalt in Tokyo. Es ist der dritte Roman von João Paulo Cuenca, doch der erste, mit dem er auch über die Landesgrenzen Brasiliens hinaus bekannt wurde. Besessenheit und psychologische Abgründe, wie er sie darin aufzeigt, sind aber nichts Neues im Werk von Cuenca, dessen Debütroman „Corpo Presente“ („Gegenwärtiger Körper“) von einem Mann handelt, der von seiner verlorenen Liebe besessen ist. Auf der Suche nach einer besseren Welt verzweifelt er an Zynismus, Gewalt und Sexualisierung in der Gesellschaft. Ein gestörtes Verhältnis zu Liebe und Sexualität taucht auch in seinem zweiten Buch, „O Dia Mastroianni“ („Der Mastroianni-Tag“) auf. Zwei junge Männer träumen darin von einem Leben als moderne Dandys, die das Leben 24 Stunden am Tag in vollen Zügen genießen. So deutlich aber, wie das gestörte Bild moderner Liebesbeziehungen in „Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall“ zutage tritt, so offen hat João Paulo Cuenca zuvor niemals geschrieben. Diesem Roman verdankt er seinen Platz an der Spitze der brasilianischen Literatur. Schonungslos treibt er seinen Leser durch eine Welt, in der es keine Liebe mehr geben kann - und lässt ihn verwirrt und beunruhigt zurück. Deutschlandradio Kultur bescheinigte dem Werk von João Paulo Cuenca deshalb, ein Roman zu sein, „dessen subtile Zimmerlautstärke schließlich eine geradezu orkanartige Sogkraft entfaltet.“

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