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Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (Jahrgang 1946) ist eine österreichische Schriftstellerin, die seit vielen Jahren heftig kontrovers diskutiert wird. Ihre Werke leben gleichermaßen von Provokation und Sprachkunst und spalten die Kritik in zwei Lager. Dennoch erhielt Elfriede Jelinek 2004 den Literaturnobelpreis mit der Begründung, ihre Romane und Dramen könnten, „mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen.“ Elfriede Jelinek stammt aus der Steiermark und fiel als Kind durch einen besonders großen Bewegungsdrang auf. Ihre Mutter erkannte in ihr ein musikalisches Wunderkind und ließ sie Klavier-, Gitarren-, Flöten-, Geigen- und Bratschenunterricht nehmen. Im Alter von 13 Jahren wurde sie im Konservatorium von Wien aufgenommen, wo sie Orgel, Klavier und Blockflöte spielte.

Jelinek studierte einige Semester Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Universität Wien, musste das Studium aber auf Grund von Angstzuständen abbrechen. In dieser Zeit entstanden ihre ersten Gedichte, die auch bald veröffentlicht wurden. Der literarische Durchbruch gelang Elfriede Jelinek mit dem Roman „die liebhaberinnen“, einer marxistisch-feministischen Karikatur eines Heimatromans. Ihre ersten literarischen Werke orientierten sich an der Wiener Gruppe, von der sie die charakteristische Kleinschreibung übernahm. Es folgte eine Zeit größter Produktivität und ebenso großer Skandale. Für Furore sorgten unter anderem die Uraufführung ihres Stücks „Burgtheater“ und ihr Aufsehen erregender Roman „Lust“, der häufig als „weiblicher Porno“ verkannt wurde.

1983 veröffentlichte Elfriede Jelinek ihren Roman „Die Klavierspielerin“, der autobiographisch die Leidensgeschichte der Klavierlehrerin Erika Nohut erzählt, die von ihrer Mutter zur Pianistin gedrillt wurde. Hellmuth Karasek lobte das Buch in seiner Sammlung der 25 Bücher auf Deutsch, die jeder gelesen haben sollte, weil es zeige, "wie Gefühle erfrieren". Nach weiteren Kontroversen gab Elfriede Jelinek 1995 ihren Rückzug aus der Öffentlichkeit bekannt. Ihre Werke erfuhren mehrmalige Aufführungsverbote in Österreich, konnten aber in Deutschland Erfolge feiern. So erhielt ihr Stück „Das Werk“ 2003 den Mühlheimer Dramatikerpreis. 2004 erhielt Elfriede Jelinek den Nobelpreis für Literatur. Zwischen 2007 und 2008 sorgte sie erneut für Gesprächsstoff, als sie ihren Online-Roman „Neid“, einen „Privatroman“ schrieb, der nicht in Buchform erscheinen, sondern ein reiner Online-Text bleiben soll. Der Roman kann auf der Seite der Autorin nachgelesen werden. Jelinek ist längst in die Gesellschaft zurückgekehrt und engagiert sich politisch zum Beispiel im Protest gegen die Ehrung des Holocaust-Leugners Lüftl durch die Technische Universität Wien.

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