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Karl Marlantes

Karl Marlantes (Jahrgang 1944) hat als junger Soldat in Vietnam schreckliches gesehen, das er bis heute nicht hat verarbeiten können. Inzwischen hat er zwei Bücher über den Vietnam-Krieg und seine persönlichen Erfahrungen veröffentlicht, die den nachfolgenden Generationen auf ungeschminkte Weise vor Augen halten, was es bedeutet, in den Krieg zu ziehen – und dass man nie wieder wirklich zurückkehrt. Karl Marlantes stammt aus Oregon, wo er nicht nur als guter Schüler sondern auch als Footballspieler bekannt war. Er hatte eine vielversprechende Zukunft vor sich und erhielt ein Stipendium, das es ihm erlaubte, 1967 ein Studium an der renommierten Yale University in Connecticut aufzunehmen. Hier studierte er am Jonathan Edwards College Wirtschaftswissenschaften, spielte im College Team Rugby und war Mitglied der legendären Studentenverbindung Beta Theta Pi. Das Jahr 1968 sollte das Leben von Karl Marlantes jedoch für immer verändern. Obwohl er nach seinem Bachelor-Abschluss ein weiteres Stipendium erhalten hatte, das es ihm erlaubte, seine Studien am englischen University College in Oxford fortzusetzen, brach er das Studium ab und meldete sich freiwillig zum United States Marine Corps. Seine Zeit im Vietnam-Krieg sollte zur prägendsten Erfahrung seines Lebens werden und obwohl er im Anschluss an seine Zeit dort viele Auszeichnungen und Würdigungen erhielt, unter anderem das Navy Cross, die Air Medal und den Bronze Star, sollte er für immer eine posttraumatische Belastungsstörung davontragen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er noch ein Jahr im Hauptquartier des US-Marine Korps und wurde 1970 schließlich entlassen. Karl Marlantes nahm sein Studium in Oxford wieder auf und arbeitet heute als Firmenberater mit Sitz im Bundesstaat Washington. Seine Erfahrungen im Vietnam-Krieg verarbeitete Karl Marlantes schließlich in dem Buch „Was es heißt, in den Krieg zu ziehen“. Das autobiographische Werk wurde vielfach ausgezeichnet und in den höchsten Tönen gelobt. 2010 erschien sein zweites Buch: „Matterhorn: Ein Vietnam-Roman“. Die Presse jubelte: „Es gibt viele Kriegsromane – aber Matterhorn ist ohnegleichen“ (The Guardian). Hier geht es nicht nur um den Vietnam-Krieg, in dem die jungen Soldaten vielfach überhaupt nicht wussten, warum sie überhaupt kämpften und in dem so viele grausame Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden – sondern um alle Kriege, die jemals gefochten wurden und die jemals gefochten werden. Die Seele des Krieges ist selten zuvor so erschütternd und authentisch eingefangen und zu Papier gebracht worden. Dafür gebührt Karl Marlantes wirklich höchste Ehre.

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