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J. R. Moehringer

J. R. Moehringer (Jahrgang 1964) ist einer jener stillen Schriftsteller, über die kaum etwas bekannt ist, deren Bücher den Leser aber im tiefsten Inneren berühren. Er ist ein stiller Star und begeistert doch Millionen. Der US-amerikanische Journalist studierte an der Yale University und arbeitete anschließend für die Rocky Mountain News und die New York Times als Reporter. Er gilt als überaus begabt und schreibt seit einigen Jahren als Korrespondent für die Los Angeles Times. Vor allem seine Reportage über die Kleinstadt Gee's Bend in Alabama verschaffte ihm einen sehr guten Ruf als Journalist. Im Jahr 2000 erhielt J. R. Moehringer dafür den Pulitzerpreis für Fachjournalismus. Wirklich bekannt wurde er einem breiteren Publikum aber erst mit seinem Debüt-Roman „Tender Bar“. Schon hier zeigt Moehringer sein Talent für liebenswerte, schrullige Charaktere, für feine Milieustudien und stimmungsvolle Bilder. Die Geschichte des kleinen JR, der in der Bar „Dickens“ zwischen Smelly, dem Koch, Bob dem Cop, und Cager, dem Vietnam-Veteranen aufwächst, rührt die Herzen der Leser und macht glauben, dass Träume wahr werden können, wenn man bereit ist, für sie zu kämpfen. Der autobiografische Roman begeisterte die Presse. Das Magazin MAX schrieb: „Selten trifft man solch eine Ansammlung von amüsanten, weisen und versoffenen Gestalten, wie Moehringer sie selbst kennengelernt hat." Ähnlich rührend ist auch der zweite Roman von J. R. Moehringer, „Knapp am Herz vorbei“. Auch der Protagonist dieser Geschichte scheint nicht unbedingt das zu sein, was man einen klassischen Helden nennt, doch der Autor schafft es, den Leser dennoch Zuneigung zu ihm fassen zu lassen. Willie Sutton, so der Name des Helden, ist eine reale Figur: Im London der 1920er und 1930er Jahre war er berühmt-berüchtigt für seine raffinierten und gewaltfreien Banküberfälle. Mehr als 2 Millionen US-Dollar soll er auf diese Weise erbeutet haben. Dafür verbrachte er die Hälfte seines Lebens hinter Gittern. „Knapp am Herz vorbei“ spielt kurz nach Suttons Entlassung aus dem Gefängnis. In Begleitung eines Journalisten und eines Fotografen begibt er sich auf eine Reise durch das New York seiner Erinnerungen. J. R. Moehringer versteht es hervorragend, seinen Lesern Tränen in die Augen zu treiben – und hat die Platzierungen auf den internationalen Bestseller-Listen wirklich mehr als verdient. Wie viel von dieser Geschichte wahr ist und wie viel der Autor dazu erfunden hat, das zu beurteilen steht jedem selbst frei.

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