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Eugen Ruge

Eugen Ruge (Jahrgang 1954) ist ein deutscher Schriftsteller und Träger des Deutschen Buchpreises 2011. Damit ehrte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Rugens epochalen Familienroman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, in dem er anhand der Geschichte einer Familie die Geschichte Deutschlands und der DDR erzählt. Die Geschichte orientiert sich an der Familiengeschichte des Autors: Er selbst wurde als Sohn des DDR-Historikers Wolfgang Ruge, eines Kriegsgefangenen in Sibirien, in der Sowjetunion geboren, wo sich seine Eltern kennengelernt hatten. Zwei Jahre später zogen seine Eltern nach Ost-Berlin. Hier studierte Eugen Ruge später Mathematik an der Humboldt-Universität und arbeitete an der Akademie der Wissenschaften der DDR am Zentralinstitut für Physik der Erde. Seine publizistische Tätigkeit begann er 1986 unter anderem als Dokumentarfilmer und Drehbuchautor. 1988, ein Jahr vor dem Fall der Mauer, siedelte er schließlich in die BRD über. Auch das ist eine Parallele zu seinem Protagonisten Alexander im Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“. In West-Deutschland arbeitete er als Autor für Theater, Funk und Film, schrieb Theaterstücke und Drehbücher für Dokumentarfilme und unterrichtete später an der Universität der Künste Berlin. „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ ist der erste Roman von Eugen Ruge – und er wurde sofort ein voller Erfolg. Neben dem Deutschen Buchpreis erhielt das Werk außerdem den Alfred-Döblin-Preis und den Aspekte-Literaturpreis. In der Begründung zum Deutschen Buchpreis heißt es: „Sein Buch erzählt von der Utopie des Sozialismus, dem Preis, den sie dem Einzelnen abverlangt, und ihrem allmählichen Verlöschen. Zugleich zeichnet sich sein Roman durch große Unterhaltsamkeit und einen starken Sinn für Komik aus.“ Das wissen auch die Leser zu schätzen, die den Debüt-Roman von Eugen Ruge zu einem der Bestseller 2011 machten. Nach diesem sensationellen Erfolg stand Ruge vor der großen Aufgabe, der sich jeder Bestseller-Autor stellen muss: Er musste den hohen Erwartungen gerecht werden und seinem eigenen hohen Standard gerecht werden. 2013 gelang ihm das mit dem stillen, melancholischen Erinnerungsroman „Cabo de Gato“. Es geht darin um einen Schriftsteller in der Krise, der sein Leben in Ostberlin hinter sich lässt, um in Andalusien die Inspiration zu finden, nach der er sich sehnt. Er landet in dem als „romantisches Fischerdorf“ beschriebenen Cabo de Gato und erlebt in der heruntergekommenen Stadt eine herbe Enttäuschung. Eugen Ruge gelingt es dabei, jedem Klischee fern zu bleiben und beinahe fragt man sich bei den authentischen Schilderungen, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat und ob „Cabo de Gato“ autobiografischer ist, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. All das aber wird so unaufgeregt erzählt, dass man das Experiment des zweiten Romans von Eugen Ruge nur zu gerne wagt. Der dritte Roman wird dann wohl entscheiden, welche der beiden Stimmen die wahre Stimme des Autors ist.

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